Fr, 14. Dezember 2018

Studie: Die meisten deutschen Städte sind noch lange nicht "smart"

  • 394 Städte im Smart-City-Test
  • 474 Milliarden Euro Marktpotential

Starnberg. Großer Nachholbedarf: Mehr als die Hälfte der deutschen Städte (55 Prozent) hinkt beim Ausbau der Digitalisierung hinterher. Dies geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Haselhorst Associates (https://www.haselhorst-associates.com) hervor, die das Magazin "Wirtschaftswoche" jetzt veröffentlicht hat: 394 Städte mit mehr als 30.000 Einwohnern wurden im Hinblick auf sieben "smarte" Anwendungsbereiche untersucht und mit internationalen Entwicklungen verglichen. Während die Top 10 der Studie von Großstädten dominiert wird, bilden die kleineren Kommunen mit Ausnahmen das Schlusslicht. Hier kann jede Stadt erfahren, wo sie im Ranking steht: https://bit.ly/2RZKIv5

Eine Stadt gilt als smart, wenn sie ein datengetriebenes Konzept zur digitalen Daseinsvorsorge entwickelt hat und intelligente Software-Programme mit einer neuen Hardware-Infrastruktur verknüpft. Dabei wurden sieben smarte Anwendungsbereiche berücksichtigt: Energy & Environment, Mobility, Home, Building & Security, Health, Government, Education und Infrastructure. Im Ergebnis gibt es trotz der "Digitalen Agenda für Deutschland" von 2014 heute noch keine deutsche Stadt, die im internationalen Vergleich einen Vorbildcharakter für die urbane Digitalisierung der Zukunft hätte.

Erhebliches Marktpotenzial

Für die Wirtschaft ist der Smart-City-Markt hoch attraktiv: Haselhorst Associates prognostiziert für die nächsten 10 Jahre ein Marktpotential von rund 474 Milliarden Euro. Das jährliche Investitionsvolumen werde bei circa 25 Milliarden Euro liegen - mit jährlichen Wachstumsraten von durchschnittlich etwa 10%. "Der Smart-City-Markt bietet ein erhebliches Potenzial für Städte zur Steigerung ihrer Standortattraktivität - und für kommunale Unternehmen zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle", sagt Jürgen Germies, Partner und Berater bei Haselhorst Associates. "Stadtwerke können zum Beispiel als Treiber einer Smart-City-Entwicklung im Rahmen der 'Digitalen Daseinsvorsorge' neue Geschäftsmodelle für sich entwickeln", so Germies.

Die Studie kann unter www.haselhorst-associates.com bestellt werden. Die Unternehmensberatung bietet dort auch aufbereitete Profile einzelner Städte an. Verantwortliche in Städten und Kommunen leiten daraus zum Beispiel ihren Handlungsbedarf für die Entwicklung zur Smart City ab. Unternehmen finden wertvolle Anhaltspunkte und Ansätze für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

Insgesamt hat Haselhorst Associates über 14.000 Datensätze aus einer Vielzahl von amtlichen Statistiken ausgewertet, diese den einzelnen Kategorien zugeordnet und je nach ihrer Aussagekraft für die Marktattraktivität gewichtet. Heraus kam ein Gesamtscore, der den Digitalisierungsstatus der Städte in Prozent bezogen auf einen maximal möglichen Wert angibt.

Während Hamburg (38 Prozent), Köln (37 Prozent) und München (32 Prozent) das Ranking anführen, stehen die Kommunen Bietigheim-Bissingen, Herrenberg und Stralsund am Ende (je ein Prozent). Zudem sind mit Darmstadt und Wolfsburg nur zwei Mittelstädte unter den besten Zehn vertreten, die übrigen acht gehören zu den größten Städten. "Das Thema Smart City wird besonders in den kleineren Kommunen massiv unterschätzt", sagt Arno Haselhorst, Geschäftsführer der Haselhorst Associates: "Es ist dort noch nicht angekommen, dass Themen wie die Energiewende oder Verkehrsprobleme digital entschärft werden können."

Trotz des schlechten Gesamtrankings der Klein- und Mittelstädte liefern hingegen die Auswertungen der Einzelkategorien mitunter erstaunliche Ergebnisse: Mit einer Gesamtquote von 100 Prozent siegt beispielsweise Norderstedt in der Sparte "Digital Infrastructure". Daneben führt Duisburg in der Kategorie "Smart Education", Darmstadt bei "Smart Health" und "Smart Energy & Environment", Dortmund bei "Smart Home, Building & Security". Gruppensieger hinsichtlich der "Smart Mobility" ist Wolfsburg.

Egal ob klein, mittel oder groß - profitieren können letztlich alle Städte von den neuen Technologien. Angefangen von digitalen Mobilitätskonzepten wie etwa Carsharing bis hin zu E-Learning-Plattformen in den Schulen bieten smarte Konzepte viele Möglichkeiten, um die Standortattraktivität einer Kommune zu steigern. "Es ist an der Zeit, dass die deutschen Städte die Chancen, die die Digitalisierung bietet, erkennen und für sich nutzen", so Haselhorst. Bisher habe keine Kommune hierzulande einen internationalen Vorbildcharakter.

Über Haselhorst Associates

Die Unternehmensberatung Haselhorst Associates GmbH mit Sitz in Starnberg ist spezialisiert auf Restrukturierungen, Strategieberatungen sowie umfassende Konzepte für Smart-Cities und Digitalisierungen von Unternehmen. Das Team aus international erfahrenen Beratern erarbeitet maßgeschneiderte Lösungen – von der Analyse bis zur Umsetzung. In den vergangenen Jahren hat die Entwicklung und Umsetzung von Digitalisierungsstrategien sowohl für Unternehmen als auch Städte und Kommunen eine wachsende Bedeutung bekommen. Im Bereich Smart City entwickelt Haselhorst Associates gemeinsam mit Stadtwerken und Kommunen zukunftsfähige Konzepte in allen Bereichen der digitalen Daseinsvorsorge. Das Projekt "Digitalisierungs-Roadmap der Stadtwerke Emden" wurde 2017 mit dem Stadtwerke Award ausgezeichnet. Die Berater unterstützen auch Unternehmen bei einem erfolgreichen Eintritt in den Smart-City-Markt.

Pressekontakt

Ralf-Dieter Brunowsky
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